An was denkt ihr, wenn ihr Ungarn hört? Vielleicht an die europäische Kulturhauptstadt 2010 Pécs? In der Presse allerdings finden sich seit Anfang des Jahres unzählige Berichte über Ungarns neues Mediengesetzt, doch Ungarn hat auch am 01.01.2011 die EU-Ratspräsidentschaft von Belgien übernommen. Am 14. April war die ungarische Botschaftssekretärin für Europafragen Frau Zsuzsa Vincze zu Gast bei der JEF in Chemnitz. Wir wollten wissen, was Ungarn in seiner Amtszeit schon alles geschafft hat und was noch vor ihnen liegt.
Die Hauptpunkte, die z.T. spontan auf der Tagesordnung erschienen, waren die Erweiterung, Währungsunion, Energiepolitik, die Jasminrevolution und die Romapolitik der EU. Frau Vincze merkte an, dass Ungarn die Ratspräsidentschaft nicht so publik ausführt, sondern eher still. Dafür haben sie einige Einigungen erreicht, die zwar wenig "sexy" sind, aber über die zwischen den Mitgleidstaaten schon mehrere Jahre gestritten wird, wie z.B. über ein einheitliches EU-Patent oder über eine Einigung zum Umgang mit alten Elektrogeräten.

Die Roma Rahmenstrategie ist noch eines der Dinge, welche Ungarn noch bis Ende Juni abarbeiten möchte. Ziel der Rahmenstrategie ist es, die sozialen Probleme durch effiziente Projekte für Behausung und Arbeit zu verbessern, um so den Lebensstandard zu erhöhen. Dadurch sollen die Roma in die Mitte der Gesellschaft rücken.Auch wird eine "Donau-Strategie" angestrebt, die eine makroregionale Zusammenarbeit nach dem Vorbild des Ostseeraums verwirklicht.
Außerdem hat Ungarn weiter an der Entschärfung der Finanzkrise gearbeitet, welches wohl auch noch Aufgabe künftiger Ratspräsidentschaften werden wird. Aber wie Frau Vincze sagte "man braucht manchmal die Krisen, damit sich Europa entwickelt."